Von Online zu Omline

Von Online zu OmLine

oder die neue Achtsamkeit im Internet.

Der Jahreswechsel ist immer die passende Zeit für Prognosen jeglicher Art, egal ob Horoskope oder Trends, die Menschheit will wissen, was in der Zukunft passieren wird. Das gibt uns Sicherheit, irgendwie… auch wenn jedem klar ist, dass die Zukunft nicht in Stein gemeißelt ist.

Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, orakelte in seinem Zukunftsreport 2016 den Trend zur Achtsamkeit mit Medien. Den sogenannten sogenannten „Omline Trend“.
Einen Trend, den ich auch vermehrt in meinem Netzwerk feststelle. Online ja – doch nicht um jeden Preis. Oder auf allen Kanälen. Nutzen, sozialer Nutzen und Konsequenzen werden hinterfragt. Online und Offline Meinungen kollidieren schnell im Netzwerk, Sichbarkeit wird unterschiedlich definiert, Grenzen werden schnell gezogen. Und ab wann ist frau im „digitalen Abseits“, welches die Gefahr birgt, auch im „realen Abseits“ zu landen?

Ich bin ein Anhänger der Digitalität und lebe bewußt so digital wie möglich. Ich liebe es, wie digitale Produkte mein Leben vereinfachen oder mir auch Chancen zur Partizipation bieten, die es so vor 5 Jahren noch nicht gegeben hat.
Als digitaler Immigrant genieße ich die Freiheit, die sich mir dadurch zum Beispiel beruflich bietet. Arbeiten im Homeoffice – von jedem Ort dieser Erde, der mir einen vernünftigen Internetzugang bietet. Undenkbar vor 20 Jahren, als ich ins Berufsleben startete.

Liberté toujours – Freiheit als oberste Maxime

Vieles wurde dem Ziel „so digital wie möglich“ untergeordnet und Bedenken beiseite geschoben. Niemandem von uns ist bis in allen
Einzelheiten klar, was für Daten – privat oder geschäftlich – wer wo wann wie lange und zu welchem Zweck speichert. Transparenz diesbezüglich ist von der Gesellschaft erwünscht, doch transparent ist nur noch der einzelne User. Facebook, Google & Co sind tief in unserem Alltag verwurzelt, miteinander verknüpft, verlinkt, verbandelt, erhält Zugriff… die „Allgemeinen Datenschutzbestimmungen“ versteht Otto-Normal-User sowieso nicht mehr. Doch wir stimmen zu, wenn/ weil wir dabei sein wollen. Mehr und mehr Menschen weigern sich und gehen bewußt offline. Viele können ihren Schutz nur noch durch einen radialen Rückzug aus der Online-Welt herstellen.
Grundsätzlich verstehe ich diese Entscheidung. Doch ich wünsche mir das, was Horx als „selbstbestimmte Vernetzung auf einer humanen Basis“ genannt hat.

Omline

Das bedeutet auch, dass die bekennenden „Offliner“ den digitalen Anbietern/ Technologien erneut einen Vertrauensvorschuss gewähren.

Und dass sich Menschen Zeit nehmen und Digitalität erklären: H2H – oder ganz altmodisch – von Mensch zu Mensch. Individuell. Sich auf den anderen einlassen, ihn verstehen, seine Ziele, Bedenken und Bedürfnisse. Schauen, was für Technik SINNvoll ist für ihn und seinen – analogen – Kosmos. Seinen eigenen – digitalen – Kosmos öffnen und schauen, was dazwischen passiert.

Ich hoffe Horx hat recht mit dieser Prognose:

„Neue Kulturtechniken entstehen, die digitale und reale Welt geraten in eine neue Balance.“

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